Heiterkeit ist eines der wichtigsten Fluchtfahrzeuge für die Menschen. Oder wie es Charles M. Schulz in seinen Peanuts die grandiose Figur Charlie Brown sagen lässt: "Kein Problem ist so groß, dass man nicht davor davonlaufen könnte."

Todfeinde, Nummer 7. Gäste, die nichts als ein Mitbringsel dabeihaben. Wir vermelden die Aufnahme des Dichters Johann Wolfgang von Goethe in die Truppe, die für die Heiterkeit kämpft. Und zitieren:
Ich liebe mir den heitern Mann
Am meisten unter meinen Gästen
Wer sich nicht selbst zum Besten haben kann
Der ist gewiß nicht von den Besten

Die Pflichten des Gastgebers findet man in jedem Benimmführer, sie sind ausreichend formuliert. Von der Zusammenstellung der Gästeliste über Abläufe eines gesetzten Essens, Örtlichkeiten, Musik, Garderobe, Dekoration, Temperatur von Getränken – und was man sonst noch alles tun kann und sollte, damit sich alle anderen wohlfühlen.

Und die Pflichten des Gastes? Den Mühen und Anstrengungen des Gastgebers sollte auf der Gästeseite etwas gegenüberstehen: die Entschlossenheit, von der Ankunft bis zur Verabschiedung dazu beizutragen, dass dies ein gelungener Abend wird. Dazu gehört grundsätzlich schon mal eine gute Laune. Wer sie nicht aufbringen kann, sollte sich entschuldigen und zu Hause bleiben. Wer nichts essen oder trinken will, auch. Neugier auf die anderen Gäste sollte selbstverständlich sein und sichtbar werden, die eine oder andere Geschichte oder Neuigkeit, die man erzählen kann, das eine oder andere Thema, das man zur Sprache bringen kann…

Wer jetzt einwendet, dann müsse er sich ja für einen harmlosen Abend vorbereiten – dem sei gesagt: nichts dagegen. Der Gastgeber hat auch einiges vorzubereiten.

Die Pflichten des Gastes. Wir wollen hier nicht missverstanden werden. Niemand wünscht sich einen Haufen von Alleinunterhaltern an unseren Tischen. Niemand möchte die Tönernen und Tönenden, die schnell fürs Gegenteil der Heiterkeit sorgen, die wir und Goethe meinen.

Stinktiere identifizieren – und rausschmeißen aus seinem Leben, das muss das Ziel sein. Der bekannte Psychotherapeut Dr. Burkhard Peter hat für seine Arbeit definiert, was das Wichtigste ist für ein geglücktes Leben: mit den Jahren herauszufinden, was einem guttut – und was nicht. Mit anderen Worten, der Psychotherapeut und der Klimaforscher kommen zu demselben Ergebnis: Man muss sich von Menschen verabschieden, die einem nicht guttun.