Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs macht einige Doktoranden arbeitslos. Ein Interview

DIE ZEIT: Wo waren Sie, als das Unglück geschah?

Michael Grouls: In einer Institutsbibliothek der Universität Bonn.

ZEIT: Dann ist doch alles in Ordnung.

Grouls: Nein, ist es nicht. Im vierten Stock des Gebäudes lagerten die Urkunden des Kölner Klosters St. Pantaleon, über das ich promoviere. Jetzt liegen sie unter dem Trümmerberg verschüttet, womöglich zerstört. Ich muss fürchten, dass dies das Ende meiner Doktorarbeit ist. Auch anderen Doktoranden der Abteilung für Rheinische Landesgeschichte ist ihr Forschungsgegenstand verloren gegangen.

ZEIT: Ihr Doktorvater, Abteilungsleiter Professor Manfred Groten, hat sich gerade noch aus dem einstürzenden Gebäude retten können.

Grouls: Ja, daran sollten wir immer zuerst denken. Aber dennoch ist die Lage sehr verzweifelt. Gerade erst hatte ich meine Bewerbung für ein Stipendium fertig, die ist hinfällig geworden, bis ich weiß, ob ich meine Doktorarbeit fortsetzen kann.

ZEIT: Wann werden Sie das wissen?