Du musstest so weit gehen, um umzukehren? "Ich sehe viele Umkehrpunkte. Es war ein Punkt, an dem ich sah, dass das Ich verteidigt werden musste. Im Sinne von: Steh auf, du Arschloch! Du bist nicht Nichts! Etwas in dir lebt! Steh auf!"

Dem Triumph folgte ein neuer Absturz. Neuer Klinikaufenthalt. Dort begann er Kapitän Nemo zu schreiben. "Wenn ich schrieb, wurde die Einsamkeit reduziert, und ich wurde beinahe Mensch", heißt es .

Du hast dich schreibend zusammengesetzt? "Ja. Das Schreiben hat geholfen. Ich fing an zu schreiben, und ich konnte schreiben. Der Prolog von Kapitän Nemo geht so, ha! Ho!, vierzig Seiten, tastend wie ein Hund, der verwirrt den Weg sucht. Ich habe seither sechs Romane geschrieben. Und eine Handvoll Theaterstücke. Ich habe ziemlich viel Arbeit hinter mich gebracht. Du siehst, ich drehe deine Frage rum. Weil ich die Antwort nicht weiß."

Vor einigen Monaten hat Enquist in Hjoggböle aus seinem neuen Buch gelesen. Er lacht. Eine Lesung im Bethaus. Fast so gut, wie als Bischof zurückzukommen? Ja! Viele Leute sind gekommen, er sitzt unter dem großen Bild, das Jesus zeigt, der sich nach vorne beugt und eine Frau umfängt, die vor ihm kniet, " Kommen till mig!" steht darunter. Nach der Lesung kommt eine alte Dame nach vorne und steht vor ihm und umfasst seine Hände, Enquist führt seine Hände in einer einladenden Geste vor und wiegt sie, als fühle er in ihnen noch das fedrige Gewicht der Hände dieser alten Frau. Er beugt sich vor, er starrt mir in die Augen, er lächelt ein ungläubiges Lächeln. Dies ist der Enquist, der nicht nur Theaterstücke schrieb, sondern sie auch inszeniert, der selber spielt. "Kennst du mich noch?", flüstert Enquist mit fistliger brüchiger Stimme. "Kennst du mich noch?"

Eine 89-jährige Frau. Als sie 16 Jahre jung war, hatte seine Mutter sie als Kindermädchen beschäftigt, später heiratete sie einen Bruder seines Vaters und bekam ein Kind, das in der Klinik vertauscht wurde, was in seinem Buch Kapitän Nemo eine Rolle spielen wird, das Buch, das ihn rettete. "Ich bin in gewisser Weise zu ihr zurückgekehrt", sagt Enquist mit dem Erstaunen des Kindes, das sie damals behütete.

Wenn du an das Kind in Hjoggböle denkst, was fühlst du?

Er schweigt lange. Dann sagt er: "Na ja. Er hat Glück gehabt. Er war so privilegiert. Er hatte ein Leben, das so reich an Eindrücken war. Er hatte so viele Chancen und eine Menge damit gemacht. Also, weißt du, ich heule nicht. Es war ja nicht die ganze Zeit langweilig."