Deutschlandkarte - die Analyse

Städte verleihen gern Literaturpreise. Ein Schriftsteller reist an und hält eine Lesung, Fotos werden gemacht vom Schriftsteller und von lokalen Honoratioren – und die Stadt darf sich als Hort der Hochkultur fühlen. Man braucht nicht mal viel Geld, Schriftsteller sind ja genügsam. Manchmal reichen ein paar Hundert Euro. Wenn es mehr sein soll, sucht die Stadt einen Sponsor, die örtliche Sparkasse zum Beispiel.

Die Karte zeigt die Höhe jener Preisgelder, die von Städten – also nicht von Stiftungen oder Verbänden – im Jahresdurchschnitt vergeben werden. Die Preise häufen sich auffällig bei Frankfurt am Main, wo die höchsten Preisgelder einzusammeln sind, gefolgt von Darmstadt, Düsseldorf und Bad Homburg. Offenbar trifft sich in der Goethe-Stadt Frankfurt Sinn für Literatur mit Kapital.

Im Süden Deutschlands werden auffallend viele Preise von Städten verliehen, deren Namen viele noch nie gehört haben. Diese Städte sind, wie so mancher Schriftsteller, auf der Suche nach ein bisschen Ruhm.

Redaktion: Matthias Stolz; Recherche: Nina Pauer