Barack Obama ist noch keine 100 Tage im Amt, da hat er schon den ersten transatlantischen Wirtschaftskonflikt am Hals. An diesem Wochenende stellen die Finanzminister der G20 die Weichen für den Weltfinanzgipfel Anfang April in London – und es gibt hüben und drüben sehr unterschiedliche Vorstellungen über den Zweck der Veranstaltung.

Den Europäern, allen voran den Deutschen und den Franzosen, geht es in erster Linie um strengere Regeln für die Finanzmärkte. Sie wollen Hedgefonds kontrollieren, Banken neu regulieren und Steueroasen austrocknen. Für die Amerikaner und – der Kanal ist in diesem Fall so breit wie der Atlantik – die Briten stehen neue Konjunkturprogramme und Bankenrettungspakete im Vordergrund.

Die Differenzen verwundern nicht, tun sich doch die Herren über die Wall Street und die City of London generell schwerer mit der Finanzregulierung als die Kontinentaleuropäer, die wiederum mit dicken Konjunkturpaketen ihre Probleme haben. Doch es geht hier nicht um eine Alternative. "Das eine tun, ohne das andere zu lassen" ist die Devise.

Diese Krise hat gezeigt, dass schlecht regulierte Finanzmärkte nicht stabil sind und die Weltwirtschaft aus dem Gleichgewicht geraten lassen. Ohne global abgestimmte Regeln, nicht nur für die Banken, sondern auch für die Wechselkurse und den Kapitalverkehr, ist das nächste Desaster programmiert.

Doch was einer langfristig stabilen Wirtschaftsordnung dient, hilft noch lange nicht der Konjunktur auf die Sprünge. Den Bonus von Bankmanagern zu kassieren oder Hedgefonds das Zocken mit riskanten Papieren zu verbieten wird den Abschwung jetzt nicht mehr aufhalten. Im Gegenteil: Das Finanzgewerbe mag früher mit Krediten zu freizügig gewesen sein, nun knausert es zu sehr.