Es gibt Auktionen, bei denen der Glanz der Dinge die Gebote befeuert. Und es gibt solche, bei denen der Glanz des Menschen, dem diese Dinge gehörten, den Preis bestimmt. Zu Letzteren gehört die Mammutversteigerung von 2000 Objekten aus der Neverland Ranch von Michael Jackson, der eben erst sein Comeback verkündete. Das auf Star-Accessoires spezialisierte Auktionshaus Julien’s will die Hausratsauflösung vom 22. bis 25. April in Beverly Hills ausrichten. Angeboten werden unter anderem ein Flugsimulator, ein Rolls-Royce mit Rokoko-Stuck und der berühmte funkelnde Handschuh.

Oder auch nicht. Denn fast zeitgleich mit einer gespenstischen Ankündigung von zehn Konzerten in London verklagte Jackson vorige Woche den Auktionator. Mit diesem, so die Begründung, sei nur ausgemacht gewesen, die Gegenstände aus dem Haus abzutransportieren und sie in einem Katalog zu präsentieren. Von einer Versteigerung sei nie die Rede gewesen, obwohl diese bereits seit Dezember öffentlich angekündigt war. Jackson ist für seine grotesken Rückzieher berühmt, getanzte wie geschäftliche. Ein neues Album, für das er im Voraus viel Geld erhielt, hat er nie veröffentlicht. Bei seinem letzten Comebackversuch, 2006, schlich er nach einer halben Strophe von der Bühne. Buchmacher nehmen bereits Wetten gegen die Auftritte in London an.

Der Mann, der 1991 den mit 890 Millionen Dollar teuersten Plattenvertrag aller Zeiten schloss, der die Rechte nahezu aller Beatles-Songs besaß und auf einem Areal von 11 Quadratkilometern mit 70 Hausangestellten in Kalifornien residierte, ist pleite. Die Anwälte, die ihn gegen den Vorwurf des Kindesmissbrauchs verteidigten, die Einkaufstouren, bei denen er ganze Läden komplett gekauft haben soll, fraßen sein Vermögen auf, auch die Unterhaltskosten der Neverland Ranch mit eigenem Zoo und Vergnügungspark, die auf einen sechsstelligen Dollarbetrag geschätzt wurden. Pro Tag.

Seine Stimme und sein Körper versagten, und schließlich seine Finanzberater. Der Handschuh wird zum Abbild des Besitzers: aussortiert und verlassen von einem einst finanziell wie künstlerisch glücklichen Händchen. Fans brachen in Tränen aus, wenn er zum Basslauf seines erfolgreichsten Songs Billy Jean den mit Kristallen besetzten Fetisch langsam über die rechte Hand zog. Früher. Bemisst man seinen Ruhm heute an dem Schätzwert seines Handschuhs, steht es schlecht um Jackson. Die untere Taxe beträgt 10.000 Dollar.

Julien Darren, der Chef des Auktionshauses, will die Auktion wie geplant durchführen. Hätte Jackson die Stücke nur lagern wollen, "hätte er ein Umzugsunternehmen beauftragt".