Die Ursache des Downsyndroms, dessen Merkmale erstmals der englische Arzt John Longdon Down 1866 beschrieb, ist ein Fehler bei der Bildung der Geschlechtszellen von Mutter oder Vater . Wenn Samen- und Eizelle zusammentreffen, kommt es vor, dass eine von beiden Keimzellen ein zusätzliches Chromosom enthält. Nach der Verschmelzung verfügen dann alle Zellen des Kindes über 47 statt wie üblich über 46 Chromosomen. Betrifft die Abweichung das Chromosom 21, spricht man von einer Trisomie 21 . Das Risiko, ein Down-Kind zur Welt zu bringen, wächst mit dem Alter der Mutter.

Es scheint paradox: Der medizinische Fortschritt verbessert das Leben der Betroffenen – und führt zugleich dazu, dass immer weniger von ihnen leben © Jimin Lai/​AFP/​Getty Images

Bei einer 25-jährigen Frau beträgt die Wahrscheinlichkeit eins zu tausend, bei einer 48Jährigen eins zu elf. Die meisten Down-Kinder werden jedoch abgetrieben, wenn man sie im Rahmen der Pränataldiagnostik entdeckt. Droht der Mutter durch die Geburt eines behinderten Kindes schwerer seelischer Schaden, ist ein solcher Abbruch theoretisch ohne zeitliche Begrenzung erlaubt.

Die Frage, wie diese sogenannten Spätabtreibungen besser geregelt werden können, entzweit den Bundestag. Zurzeit liegen dem Parlament fünf verschiedene Vorschläge vor. Von außen betrachtet, unterscheiden sie sich kaum, alle Initiativen wollen die psychosoziale Beratung der Frauen verbessern. Die weitestgehende Initiative sieht eine gesetzliche Beratungspflicht für den Arzt vor sowie eine Bedenkzeit von mindestens drei Tagen vor dem Abbruch aufseiten der Schwangeren. Die Mehrheit der Parlamentarier möchte nur die Hilfsangebote verbessern. Sie fürchten, dass ein neues Gesetz den Paragrafen 218 antastet und die Selbstbestimmung der Frauen einschränkt. Eine Anhörung, die am kommenden Montag stattfindet, soll den Abgeordneten Entscheidungshilfe bieten.