Der Kollaps der Banken und Finanzmarktinstitutionen sei längst nicht der einzige Missstand, der die Krise in den USA verschärft, hat eine Gruppe führender amerikanischer Ökonomen in einem offenen Brief geschrieben. Nein, auch am Arbeitsmarkt müsse man gründlich reformieren. Mehr Flexibilität? Weniger Kündigungsschutz? Löhne runter, wie so mancher Wirtschaftswissenschaftler es hierzulande gebetsmühlenartig gefordert hat?

Von wegen: Die US-Professoren – darunter die Nobelpreisträger Kenneth Arrow und Robert M. Solow , der Freihandelsbefürworter Jagdish Bhagwati und der Entwicklungsexperte Jeffrey D. Sachs , der Wachstumstheoretiker Philippe Aghion und die ehemalige London-Business-School-Chefin Laura Tyson – fordern mehr Rechte für die Gewerkschaften. "Von 2000 bis 2007 ist nahezu das gesamte Wirtschaftswachstum der Nation einer kleinen Zahl wohlhabender Amerikaner zugute gekommen", heißt es in ihrem gemeinsamen Aufruf.

Das liege auch daran, dass nur noch 7,5 Prozent aller Beschäftigten organisiert seien. Diese Ungleichverteilung hemme nun auch den Wiederaufbau der US-Wirtschaft. Im US-Kongress wird derzeit über ein neues Gesetz beraten, das die Einführung von Gewerkschaften in den Betrieben leichter machen soll und Verstöße gegen Arbeitsgesetze deutlich strenger ahnden würde.