Vor kurzem war ich wieder einmal auf Kuba. In dem Land also, wo ich schon an mehreren Capablanca-Memorial-Turnieren teilgenommen hatte. In dem Land auch, dem es im "Jahre 50 des Triumphs der Revolution" alles andere als gut geht.

Noch immer aber gibt es jede Woche eine zweistündige Schachsendung im Fernsehen, Schachunterricht an den Schulen und regelmäßige Schachberichte in Granma, dem Parteiblatt und gleichzeitig der wichtigsten Zeitung. An Straßenecken wird neben Domino auch Schach gespielt, während – wie ich das in Alt-Havanna beobachtet habe – eine schwarze Straßenkehrerin mit Besen und Schaufel zur laut aus einem Haus dröhnenden Salsamusik auf der Straße tanzt und dabei fröhlich singt: "Barrer y bailar" ("fegen und tanzen").

Neben der Musik also spielt Schach auf Kuba eine große Rolle und erfreut sich der Unterstützung des Hobbyschachspielers Fidel Castro – auch wenn ihm Pelota (Baseball) noch mehr am Herzen liegt. Der legendärste kubanische Schachspieler war José Raúl Capablanca, der von 1921 bis 1927 Weltmeister war, heute gehört der 25-jährige Leinier Dominguez zu den Besten der Welt und ist derzeit Weltmeister im Blitzschach, bei dem man pro Partie nur fünf Minuten Bedenkzeit hat. Sehen Sie, wie er beim Turnier in Biel 2008 als Schwarzer am Zug den US-Amerikaner Alexander Onischuk durch geschicktes Ausnutzen der Randlage von dessen König besiegte, obwohl solche Endspiele normalerweise remis sind?

Helmut Pfleger

Lösung aus Nr. 11:
Wie setzt Weiß am Zug den in der Mitte des Tannenbaums eingeklemmten schwarzen König im dritten Zug matt? Der Schlüsselzug ist das Turmopfer 1.Te3! Egal, wie Schwarz diesen Turm schlägt, setzen ihn weiße Bauern matt – 1…fxe3 2.g3 e2 3.f4 matt oder 1…dxe3 2.c3 e2 3.d4 matt