Gegen ein paar Missverständnisse ist nichts einzuwenden, von fehlgeschlagener Kommunikation lebt auch die Literatur. Einer der komischsten Romane des 20. Jahrhunderts beginnt damit, dass der Held den Kellner seines Stammlokals fragt: "Soll ich hingehen oder nicht?" – "Wohin meinen der Herr?" – "Sie sollen nicht fragen. Sie sollen antworten." – "Das beste wird sein, Sie gehen nicht hin. Sicher ist sicher." – "Gut. Ich werde hingehen." – "Aber ich habe Ihnen doch abgeraten." – "Deshalb geh ich ja hin." Worauf der Kellner vermutet, dass der gnädige Herr, hätte man ihm zugeraten, nicht hingegangen wäre. Aber nein! Dann wäre er auch gegangen. Kellner: "Warum haben Sie mich überhaupt gefragt?" Gast: "Wenn ich das wüsste." Die Sprache ist ein Spiel und das Frage-Antwort-Spiel in Erich Kästners Satire Fabian eine Metapher für das Scheitern des Helden. Er gewinnt unsere Sympathie durch eine Komik des Versagens, die immer dann zuschnappt, wenn wir zu verstehen glauben. Wie recht Kästner hatte, sieht man an der Autobahnabfahrt Hof, wo ein Schild einen Park und einen See ankündigt. Aber warum kleingeschrieben? Einen Moment dauert es, bis man begreift, dass "park & see" Englisch ist. Parken & Schauen! Was es zu sehen gebe, steht nicht dabei. Fabian hätte gesagt: Wenn ich das wüsste.

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