Günter Adler: Auf der Schönhauser Allee

Günter Adler ist ein anderer, und niemand weiß, wie viele. Er ist, sozusagen, die Quersumme aus vier verschiedenen Wegen durch die Jazzgeschichte von New Orleans bis Berlin. Kein Wunder, dass seine Musik verschlungen und listig ausfällt und zwischen freier Improvisation und Choral allseitig über die Ufer tritt. Ob die Unschärfen zwischen Rudi Mahalls Bassklarinette und dem Saxofon Daniel Erdmanns an historische Vorlagen erinnern, ob Johannes Finks Bass in sakralen Quinten dahinschreitet oder Heinrich Köbberling am Schlagzeug den Stillstand zum Rasen bringt – vier Stimmen sprechen aus einem breiten Erfahrungsschatz und wollen nur das eine: mehr. Stefan hentz