The Decemberists: The Hazards of Love

In der an spinnerten Ideen nicht armen Geschichte der Popmusik erklimmt die aktuelle Idee von Colin Meloy neue Höhen der Versponnenheit. Auf The Hazards of Love arbeitet das Mastermind der Decemberists detailbesessen die Gemeinsamkeiten zwischen dem britischen Folk der sechziger Jahre und klassischem Heavy Metal heraus. Ein Einfall, der so abwegig ist, dass er wohlweislich zuvor noch nie ausgeführt wurde. Doch Meloy, der mit seiner Band bereits irische Mythen, japanische Volksmärchen und Shakespeares Der Sturm vertonte, destilliert aus dieser unerhörten Verbindung 17 melancholische Miniaturen, die sich auf Albumlänge zu einer Fabel fügen. Eine Waldkönigin und ein Wollüstling nehmen prominente Rollen darin ein, während zartes Geklimper von widerborstigen Gitarren-Eruptionen unterbrochen wird. Spinnert ja, aber auch ganz zauberhaft. Thomas Winkler