Frank-Walter Steinmeier schärft kurz vor dem Gipfeltreffen in London sein ökologisches Profil. Der Bundesaußenminister und SPD-Kanzlerkandidat hat von Lord Nicholas Stern und Ottmar Edenhofer (Foto) aufschreiben lassen, wie die G-20-Länder die Rezession bekämpfen und gleichzeitig das Wirtschaften klimaverträglicher machen könnten. Stern hat sich mit dem nach ihm benannten Report über die Ökonomie des Klimawandels weltweit einen Namen gemacht; Edenhofer ist nicht nur Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, sondern leitet auch beim UN-Klimarat die Arbeitgruppe III, die sich mit Strategien zur Abschwächung der Erderwärmung beschäftigt.

Um die Konjunktur anzukurbeln und die Wirtschaft dabei ergrünen zu lassen, plädieren die beiden unter anderem für Energieeffizienzprogramme und für Infrastrukturinvestitionen, beispielsweise in öffentliche Transportnetze. Etwas versteckt enthält ihre 40-seitige Analyse obendrein die Botschaft an die G20, zwecks Konjunkturstabilisierung deutlich mehr, als bisher beschlossen, auszugeben.

Wie Steinmeier mit der Expertise glänzen will, bleibt indes sein Geheimnis. Schließlich war er am deutschen Konjunkturprogramm selbst beteiligt. Und das ist laut Studie – gemessen am Anteil des Öko-Stimulus am Bruttoinlandsprodukt – weniger grün als selbst das saudi-arabische. vo