Trotz heftiger Kritik halten die Agrarminister der Europäischen Union an Exportsubventionen für Milch fest. »Es kommt zu keinen Marktstörungen im Ausland«, begründete das Gerd Müller (CSU), Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium. Mit dem Instrument soll dem Verfall der Milchpreise entgegengewirkt werden. Seit Herbst 2007 sind diese um ein Viertel auf rund 58 Cent je Liter gefallen.

Exportsubventionen seien jedoch das falsche Mittel, warnen Organisationen wie Oxfam, das Hilfswerk Misereor und Brot für die Welt. Allein in Deutschland sammelten sie 18000 Unterschriften gegen die EU-Hilfen. Die Marktpreise würden in vielen afrikanischen Ländern sinken und damit den Milchbauern die Existenzgrundlage entziehen, kritisiert Carolin Callenius von Brot für die Welt: »Selbst kleine Subventionen stören die Märkte in afrikanischen Staaten empfindlich.« Die Bundesregierung hingegen sieht das anders, zumal es »den Entwicklungsländern freigestellt ist, ihrerseits Einfuhrzölle zu erheben«, sagt Müller. Seit Ende Januar sind derweil 1000 Tonnen Magermilchpulver (das entspricht 10 Millionen Liter Milch) und 16000 Tonnen Vollmilch aus Deutschland für den Export subventioniert worden. Doch auch hier beschwichtigt der Staatssekretär: »Das entspricht umgerechnet gerade einmal der Jahresproduktion von 20 durchschnittlichen deutschen Betrieben.« tat