Männer werden von der Gefahr nicht nur angezogen, sie ziehen sich auch ganz gerne mit ihr an. So kleiden sie sich mit Jägerjacken, Polar-Parkas und Pilotenbrillen. Das bedeutet zwar nicht, dass sie jemals einen Wald betreten haben, am Polarkreis waren oder in die Luft gegangen sind. Aber wenigstens sehen sie so aus, als könnten sie jederzeit loslegen.

Aus einem ähnlichen Grund gibt es Taucheruhren. Wer seine Freizeit unter Wasser verbringt, muss einen kleinen Nachteil in Kauf nehmen: Beim Tauchen ist man meistens allein. Oder umgeben von Fischen, die sich schwer beeindrucken lassen. Für einen Taucher ist es keine Alternative, in einem Taucheranzug oder mit anderen Tauch-Accessoires unter die Leute zu gehen, weil deren soziale Akzeptanz außerhalb von Gewässern erbärmlich ist. Ganz anders die von Taucheruhren.

Eine Uhr braucht nun wirklich jeder Taucher. Das Zeitgefühl unter Wasser ist ein anderes, also muss man regelmäßig auf die Uhr schauen, um festzustellen, wann man sich daranmachen muss, wieder aufzutauchen. Taucheruhren haben große Leuchtziffern, die man auch erkennt, wenn man in dunklen Wassertiefen unterwegs ist, oder aber in dunklen Clubs.

Das ist nämlich das Schöne an Taucheruhren: Sie sind auch noch von Weitem bei jeder Witterung als solche zu erkennen. Man muss nicht einmal darauf achten, dass die Uhr zur eigenen Erscheinung passt. Schließlich ist eine Taucheruhr kein Schmuckstück, sondern ein Gebrauchsgegenstand. Man braucht sie genauso wie die Schwimmflossen, man muss sie nur nicht an Land ablegen.

Der Charme der Taucheruhr liegt ohnehin nicht in der Zierde, sondern im Material. Es ist nämlich unverwüstlich. Ein Modell wie die Breitling Avenger Seawolf zum Beispiel hält sogar dem Wasserdruck in 1000 Meter Tiefe stand. In diesen Regionen wäre jeder Mensch vermutlich längst zu Püree gepresst.

Männer, die Taucheruhren tragen, hoffen insgeheim auf das Gleiche, wie ihre Vorfahren der Urzeit, die sich den Skalp ihrer erschlagenen Feinde umhängten: dass sich die Eigenschaften des Amuletts auf den Besitzer übertragen mögen. Wer eine Taucheruhr trägt, fühlt sich so stark und unzerstörbar – da muss man eigentlich gar nicht mehr ins Wasser gehen.