DIE ZEIT: Die Simpson-Wüste wurde im März wieder für Reisende geöffnet. Davor war sie drei Monate lang gesperrt. Warum diese drastische Maßnahme?

Trevor Naismith: In den heißen Sommern der vergangenen Jahre gab es immer wieder Probleme mit Besuchern. Sie brachen schlecht ausgerüstet in unwegsame Gegend auf. Viele hatten keine Erfahrung im Umgang mit Allradfahrzeugen. Sie konnten sich nicht vorstellen, was es bedeutet, mehrere Hundert Kilometer bei extremen Temperaturen zurückzulegen. In den 1990ern war ich der verantwortliche Park-Ranger für die Simpson-Wüste. Ich musste regelmäßig Leuten mit Seilwinde und Schaufel aus dem Sand helfen. Wenn wir so nicht weiterkamen, mussten wir sie mit den Hubschraubern des Flying Doctor Service ausfliegen.

ZEIT: Was ist so gefährlich an einer Panne in der Wüste? Gegen die Hitze sollten die Leute doch Klimaanlagen in ihren Autos haben.

Naismith: Das stimmt. Die nützen ihnen aber nichts, wenn sie ein Problem mit dem Motor haben oder sich im tiefen Sand der Dünen festfahren. Die Leute geraten schnell in Panik und beschließen, zu Fuß nach Hilfe zu suchen. Da können sie da draußen aber lange suchen. Es gibt nirgends Schatten, im Sommer ist es 50 Grad Celsius und mehr. Wer da nicht 15 Liter Wasser am Tag trinkt, gerät in Lebensgefahr.

ZEIT: Mobiltelefone funktionieren dort nicht?

Naismith: Keine Chance. Es gibt keine Sendemasten und damit auch kein Funknetz.

ZEIT: Wie können Sie die Schließung eines so riesigen Gebietes überhaupt kontrollieren? Das Gelände ist ja nicht umzäunt.