Vladimir Ossipoff entdeckte Hawaii Anfang der dreißiger Jahre. Der 1907 in Russland geborene Architekt hatte in Tokyo und Kalifornien gelebt, bevor er sich auf O’ahu niederließ. Bald wurde er zum Lieblingsbaumeister der Inselelite. Für sie entwarf er Anwesen, die in ihrer lichten Luftigkeit an Lainas erinnerten, die typischen Häuser der Ureinwohner, ohne sie zu kopieren. Ossipoff Stil war eine kühne Mischung aus Tradition und Sachlichkeit, außergewöhnlich anzusehen inmitten üppiger Natur. Bis zu seinem Tod 1998 schuf er an die 1000 Gebäude, darunter ein Terminal des Honolulu International Airport und die Punahou School – neuerdings bekannt durch den Exschüler Barack Obama. Ihr Schöpfer ist bis heute nur Experten ein Begriff. Jetzt gibt die Ausstellung Hawaii Moderne im Deutschen Architekturmuseum anhand von Modellen, Fotos und Filmen einen Überblick über das Werk dieses produktiven Mannes, der wie einst ein anderer Entdecker übers Meer kam. Doch anders als James Cook hat Ossipoff das Leben auf Hawaii nicht verändert. Nur den Lebensstil. 

Bis 14. Juni. Geöffnet Di, Do–So 11–18, Mi bis 20 Uhr. Eintritt 6 Euro. Deutsches Architekturmuseum, Schaumainkai 43, 60596 Frankfurt, Tel. 069/21238844,www.dam-online.de