Schon immer begeisterte die Menschen ein Matt mit dem "letzten Aufgebot", nachdem vorher die ganze Streitmacht geopfert worden war. Angefangen bei den Mansuben am Hofe des Kalifen Harun al Rashids, über die "Unsterbliche Partie" Andersen – Kieseritzky 1851 in London bis zu Juwelen aus der Hand des indischen Weltmeisters Viswanathan Anand und seines Vorgängers Wladimir Kramnik.

Der große spanische König Alfons der Weise, der Islam, Christen- und Judentum miteinander zu versöhnen versuchte und der Kultur und Wissenschaften förderte, wies in seinem Schachbuch 1283 darauf hin, dass auch ein König demütig seines Schicksals eingedenk sein müsse und vom kleinsten Bauern mattgesetzt werden könne. Er wusste nur zu gut um Verlust und Abschied. Doch welch ein Genuss, wenn solch ein Abschied glanzvoll inszeniert ist! Josef Haydn, dessen 200. Todestag wir heuer feiern, schrieb die Abschiedssymphonie , in deren Finale die Musiker einer nach dem anderen ihre Instrumente einpacken und lautlos verschwinden.

Ähnlich geht es in dem Problem von T. R. Dawson aus dem Jahre 1937 zu, in dem nacheinander alle mattgebenden Figuren jeweils unmittelbar nach dem Mattsetzen in der Schachtel verschwinden und dem Nachfolger das "Mattstaffelholz" in die Hand geben – so kommt es zwölfmal hintereinander zu einem Matt in einem Zug.

Fast so, wie im mexikanischen Sprichwort von den Kakerlaken: "Erschlägst du eine, kommen hundert zur Beerdigung."

Sie sind mit Weiß am Zug!

Helmut Pfleger

Lösung aus Nr. 14:
Wie konnte Weiß am Zug Schwarz vor die Alternative "Matt oder Damenverlust" stellen? Es begann mit 1.Dh8+ Dg8 2.Df6+ Df7 (2…Lf7 oder 2…Ke8 3.De7 matt) 3.Dd8+ De8 4.Lg7+! Kf7 (4…Kxg7 5.Dxe8 verlöre die Dame) 5.Df6+ Kg8 6.Lh6! (droht 7.Dg7 matt) Df7 7.Dd8+ und Matt im nächsten Zug