Als ich etwa sechs Jahre alt war, träumte ich, das Ende der Welt sei gekommen. Ich stand mit meinen Freunden auf dem Spielplatz. Wir trugen unsere Schuluniformen und sahen zum Himmel hoch. Er war leuchtend rot. Die Sonne erschien nur als fahler gelber Kreis. Und während wir in den Himmel schauten, erstarrten wir zu Eissäulen. Wir wussten: Dies war der Tag, an dem die Welt unterging.

Es war einer dieser Träume, in denen man wie eingefroren ist, völlig erstarrt. Man versucht, etwas auszudrücken, aber es kommt nichts heraus. Ich glaube, dieser Traum ging auf den Schock zurück, den ich erlebt hatte, als unsere Familie von Nordwales nach Südwales zog. Die anderen Kinder wollten nicht mit mir und meinen Schwestern spielen, weil wir nicht dieselbe Sprache sprachen wie sie.

Wales ist ein kleines Land, aber der Norden und der Süden unterscheiden sich sehr stark voneinander. Im Norden gibt es viel Landwirtschaft, alles geht langsamer. Wir aus dem Norden sind die Underdogs. Im Süden gibt es Minen, Häfen, Industrie, das Leben ist schneller. Es gibt dort auch einige Städte, in denen kein Walisisch gesprochen wird, in einer davon waren wir gelandet.

Ich erkannte damals: Wenn ich überleben wollte, musste ich nicht nur meine Art zu denken ändern. Ich musste Englisch sprechen, eine Sprache, die mir bis heute seltsam fremd erscheint. Viele Waliser legen Wert auf ihre keltischen Ursprünge. Wir haben unsere Sprache über Jahrhunderte beschützt. Wir sind stolz, weil sie eine der ältesten der Welt ist. Ich fühle mich als Keltin und denke oft in Walisisch.

Als ich vor einiger Zeit in einer Radiosendung Walisisch sprach, gab es Beschwerden. Mir wurde vorgeworfen, ich hätte damit den Rest der Zuhörer ausgeschlossen. Walisisch ist eine eigenwillige Sprache. Das Wort cariad bedeutet Liebe. Aber wenn man sagt: "Ich liebe dich", heißt das: "Dwi’n caru ti." Ich lerne gerade Spanisch, das fällt mir leicht, weil beide Sprachen die gleichen Wurzeln haben.

Musik zu machen war nie ein Traum für mich. Es war einfach eine Tatsache, schon als ich ein Kind war. Keine Musik zu machen, das hätte meine Seele beschädigt. Ich glaube, man sollte sich nur mit den richtigen Dingen in seinem Leben umgeben und generell keine Kompromisse machen. Nicht aus Egoismus, sondern für das Wohl aller. Du bist nicht gut für andere, wenn du selbst unglücklich bist.

Wann man am Ende des Lebens wieder zu Erde wird, geht das Gehirn mit, aber dein wahres Selbst bleibt. Es ist das, was du an dir selbst nicht verstehst, der Grund dafür, dass du Gefühle hast, der Grund, warum du träumst.