Bankster eingesperrt. Das ist eine Artikelüberschrift aus dem Time Magazine . Kein Text aus diesen Tagen, sondern vom 5. September 1932. Gemünzt war er auf den Banker John Bain, der wegen Betrugs verurteilt wurde. Der »Bankster« als Mischung aus Banker und Gangster erlebt zurzeit vor allem in englischsprachigen Medien eine Renaissance. Die einst als vertrauenswürdig erachteten Banker haben durch die kriminelle Energie einiger Bankster ihr Ansehen verspielt und werden nun geächtet. So wird ihnen geraten, während des G-20-Gipfels in London dezent aufzutreten und Anzug und Aktentasche mit Firmenlogo vorsichtshalber zu Hause zu lassen. Sir Fred Goodwin ist die unbeliebteste Person auf der Insel. Er hat die Royal Bank of Scotland in den Ruin getrieben, die mit staatlicher Hilfe gerettet werden musste. Der Volkszorn ließ nicht lange auf sich warten: Sowohl sein Anwesen als auch sein Mercedes wurden beschädigt. Den Bankster gibt es auch in der Kunstwelt. Dieser unterscheidet sich allerdings von dem aus der Finanzwelt. Die Fans des britischen Graffitikünstlers Banksy nennen sich so. Dieser wurde bislang noch nicht eingesperrt, da er vorsorglich schon immer untergetaucht war.

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