Die Insolvenz von Woolworth Deutschland besitzt Symbolkraft: Wenn selbst Discounter in Schwierigkeiten kommen, muss die Lage ernst sein. Tatsächlich nimmt die Zahl der Pleiten stark zu, wie aus bislang unveröffentlichten Erhebungen des Fachmagazins INDat-Report hervorgeht. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres summierte sich die Zahl der vorläufigen Insolvenzverfahren in Deutschland auf 4487, das waren 29 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bei den Kapital- und Personengesellschaften betrug der Anstieg sogar 42 Prozent. Eröffnet wurden in dieser Zeit insgesamt 10.520 Insolvenzverfahren, der weitaus größte Teil betraf Einzelunternehmer.

Dagegen ist die Zahl der Privatpleiten leicht rückläufig. Von Januar bis März haben sich in Deutschland 29.743 Menschen zahlungsunfähig gemeldet, zwei Prozent weniger als in den gleichen Vorjahresmonaten. In der gesunkenen Zahl der Verbraucherinsolvenzen äußert sich die lange Zeit gute Beschäftigungslage. Außerdem haben viele Menschen mit Finanzproblemen bereits in den vergangenen Jahren die Möglichkeit genutzt, durch ein Insolvenzverfahren wieder schuldenfrei zu werden. "Wenn man es ketzerisch sagen will, ist es wohl so: Die, die pleitegehen mussten, sind inzwischen pleite", sagt Thomas Fuhrmann vom Kölner INDat-Verlag.