Wenn ein historischer Grübler und Teutschdümmler wie Walter Marinovic im österreichischen Parlament über die Lehren, die man noch heute aus der Schlacht im Teutoburger Wald ziehen sollte, referiert, ist die Empörung groß. Zu Unrecht. Denn der Mann, der zufällig auch einst den Kanzler in Latein unterwies ("Vare, Vare, redde mihi legiones meas!"), schwelgt in völlig verständlicher Nostalgie. Damals, als er ein Pimpf war, wusste man noch einer Krise energisch entgegenzutreten. Etwa als die Geschäfte der deutschen Autoindustrie lahmten, kaum hatte der Braunauer Adolf H. die Verantwortung im Reich übernommen. Für einen absatzfördernden Feldzug war es in diesem Jahr noch zu früh. Da hatte der Finanzstaatssekretär eine geniale Idee: Steuerfreiheit, wenn "die alten Gegenstände außer Betrieb gesetzt oder vernichtet" würden, wie die Zeitschrift Germania das "Gesetz für Ersatzbeschaffung" erläuterte. Klingt verdammt nach Abwrackprämie. Lernen von Hitler, ein charmanter Gedanke. Leider erzielte die Maßnahme nicht die beabsichtigte Wirkung. Tut nichts zur Sache. Man beschritt den Weg konsequent weiter. "Wollt ihr die totale Verschrottung?", fragte der Propagandachef des Regimes einige Jahre später, als die nun voll motorisierte Bevölkerung mit ihren Vehikeln bereits bis Stalingrad gereist war. Von "ordentlicher Abwrackpolitik" hätte Herr Marinovic also reden sollen. Uns bleibt derweil der Teutoburger Wald, in den man notfalls die abgewrackten Politiker von heute schicken könnte.