Angela Merkel: Aus Kanzlers Kaffeeküche

Im Kanzleramt sind die Wege lang. Wenn Merkels Planungsstabschef Matthias Graf von Kielmannsegg sich mittags auf zur Kantine macht, durchwandert er einen langen, hausintern "Hungermeile" genannten Flur. Auf dem Rückweg macht er häufig im achten Stock Halt, in der kleinen, eigentlich für den privaten Gebrauch von Kanzlern gedachten Kaffeeküche. Dort steht die Kaffeemaschine der Kanzlerin, ein fast waschmaschinengroßes, verchromtes Gerät, das Kaffee, Latte macchiato, Espresso und Milchkaffee produziert. Die Kanzlerin selbst trinkt mehr Tee als Kaffee, aber ihre engsten Mitarbeiter nutzen die Maschine regelmäßig. Kielmannsegg trinkt mindestens einmal täglich Milchkaffee aus riesigen taubenblauen Tassen. Wer die füllt, braucht nicht so oft durch die lange Hungermeile zum Kaffeeautomaten zu laufen. Es ginge auch edler. Im Schrank von Angela Merkels Küche steht weißes Dibbern-Kaffeeporzellan, aber das ist, wie ein ebenfalls weißes Schild warnt, "für Staatsgäste" reserviert. Elisabeth Niejahr

Frank-Walter Steinmeier: Abends Tinte

Vermutlich gibt es einen Zusammenhang zwischen politischer Macht und der Qualität des Kaffees. Und zwar keineswegs: Je höher, desto genussreicher. Wer wirklich wichtig ist, hat keine Zeit, in den Berliner Wichtig-Cafés Cappuccino zu schlürfen. Die Macht sitzt in ihren Häusern und trinkt aufgebrühten Filterkaffee, der in silbrigen Thermoskannen auf den Chefschreibtischen steht. Nur dass auf dem Service kleine Bundesadler funkeln. Der Kaffee bei Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist gegen Abend tintig und torfig und wird trotzdem getrunken, weil noch mindestens drei Termine ausstehen. Beim zweiten Besuch greift der Gast zum Tee, beim dritten zum Grapefruitsaft. Thomas E. Schmidt

Ursula von der Leyen: Lebt von Luft und Latte

Der Familienministerin wird nachgesagt, sie ernähre sich von Latte Macchiato. Zwei pro Tag trinkt sie oder auch drei oder vier. Daheim in Hannover kocht sie ihren Kaffee in einer Espresso-Kanne auf dem Herd. In Berlin übernachtet sie in einem Zimmerchen neben ihrem Ministerbüro – und beginnt den Tag mit einer Latte aus der Kaffeemaschine der Kantine. Elisabeth Niejahr

Peter Struck: Keine Kekse, kein Gedöns