Prostatakrebs verursacht erst im späten Stadium Symptome. Am häufigsten wird er bei den über 70-Jährigen entdeckt, doch auch schon bei zwei Dritteln aller Männer jenseits der 60 ist eine Vergrößerung der Prostata erkennbar. Kleine Krebszellenanhäufungen, ein sogenanntes latentes Prostatakarzinom, finden sich bereits bei 30 Prozent aller Männer über 50. Allerdings beginnt diese Form des Krebses nur bei einem Teil dieser Patienten irgendwann schneller zu wachsen und kann zu einer bedrohlichen Erkrankung führen.

Das berühmte belgische Manneken Pis in Brüssel © Eric Vidal/AFP/Getty Images

japanischen Diät zu haben. Übergewicht, Bewegungsmangel und Alkohol sind dagegen Risikofaktoren. Es gibt eine erbliche genetische Anfälligkeit für die Erkrankung. Eine ganze Reihe von ererbten oder erworbenen Genveränderungen werden in den Krebszellen regelmäßig gefunden. Darunter sind auch Mutationen im Brustkrebsgen BRCA2. Sie können gerade bei relativ jungen Männern einen aggressiven Prostatakrebs hervorrufen.

Eine schützende Wirkung scheint eine fettarme und phytoestrogenreiche Ernährung wie in der

Wird ein behandlungsbedürftiges Karzinom entdeckt, so gibt es eine Reihe von Optionen zur Behandlung: Der häufigste Befund ist ein lokales, nur innerhalb der Prostatakapsel gelegenes Karzinom. Zeigen diese Krebszellen einen hoch- bis mitteldifferenzierten Typus und beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung des Patienten weniger als zehn Jahre, gilt regelmäßige Beobachtung des Verlaufs als sinnvolle Option. Alternative Therapien sind Bestrahlung, eine fokussierte Ultraschallbehandlung oder die chirurgische Entfernung des Organs, allerdings verbunden mit dem Risiko von Langzeitschäden. Diese Strategien kommen daher eher bei jüngeren Männern und Tumoren mit wenig differenzierten Krebszellen infrage, denn ihr Risiko für die Entwicklung eines aggressiven Tumors ist höher.

Die Radiotherapie kann kombiniert werden mit einer Hormonbehandlung, vor allem wenn ein lokal fortgeschrittener Tumor vorliegt, der die Organgrenzen bereits durchbrochen hat. Hat der Tumor allerdings bereits Metastasen gebildet, ist eine Heilung nicht mehr möglich. Das Leiden kann aber durch eine medikamentöse Blockade des männlichen Sexualhormons Androgen für einige Zeit aufgehalten werden. Ulrich Bahnsen