Es gibt gute Gründe gegen die grüne Gentechnik: Sie stellt einen Eingriff in die Natur dar. Ihre ökologischen und ökonomischen Risiken sind nicht im Detail vorhersagbar. Mit ihrer Hilfe strebt das amerikanische Saatgut- und Chemieunternehmen Monsanto nach globaler Marktführerschaft – und vor allem nach Profit. Und Deutschland hätte bei einer Genehmigung des Anbaus als kleinräumiger Agrarstaat keine Chance, ein einig gentechnikfreies Bioland zu werden.

Wer diese Argumente für stichhaltig hält, muss die Entscheidung gegen die grüne Gentechnik politisch durchsetzen. Der gegenwärtig umstrittene Genmais Mon810 ist jedoch der schlechteste Feind, den sich die Kritiker suchen konnten.

Dabei sind Bedenken wichtig! Um Forscher vor die richtigen Fragen zu stellen, um zwischen wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessen zu vermitteln. Die Debatte um die sogenannte grüne Gentechnik aber dreht sich seit Jahrzehnten im Kreis. Viele Fragen sind heute beantwortet, viele Zweifel ausgeräumt.

Bei den ersten Schritten vom Labor aufs freie Feld konnte noch kein Forscher vorhersagen, wie sich die neuen Pflanzen verhalten würden. Würden sie ihre urtümlichen Verwandten in einem unfairen evolutionären Wettbewerb sprichwörtlich aus dem Feld schlagen? Heute, fast 25 Jahre später, wachsen Soja, Mais, Raps und Baumwolle auf weltweit 125 Millionen Hektar, vor allem in den USA, Argentinien und Brasilien. Der Anbau von Gentechpflanzen hat ähnliche Auswirkungen wie jede andere Monokultur von Hochleistungssorten, ein spezifisches evolutionäres Risiko ist jedoch niemals aufgetreten.

Und die genetischen und ökologischen Risiken sind erforscht worden. Seit dem ersten deutschen Freisetzungsversuch, bei dem 1990 in Köln Petunien gepflanzt wurden, hat es in kaum einem anderen Land so viel, so gute und so kritische Risikoforschung gegeben wie hier.