In Padang gibt es keine Anhänger der Ahmadiyya, hier gibt es keine Brandanschläge, hier riecht die Luft abends nach Magnolien und frischem Regen, vor einer Haustür sitzt eine junge, grazile Frau und trocknet ihr langes Haar. Ihr T-Shirt ist weit ausgeschnitten, die Nägel sind perfekt manikürt. Die Sache mit dem Kopftuch, sagt sie, sei nicht mehr so wild, "seit die Moralpolizei hier nicht mehr kontrolliert".

"Wir sind mit den Kleidervorschriften nicht mehr so streng", sagt Andi Rukman. "Das würde nur die Leute verschrecken." Er setzt auf warnende Worte, vor allem aber auf die Jugend. Die jungen Mädchen wachsen mit dem Kopftuch auf. "Man kann nicht alles sofort verändern", sagt der Dorfvorsteher. "Man muss es langsam tun, Schritt für Schritt." Der Dorfrat hat wochenlang darüber beraten, ob man Dieben die Hand abhacken soll, doch man konnte sich nicht einigen. "Vielleicht", sagt Andi Rukman, "könnte man es ja doch tun. Wenn die Diebe sich nicht bessern."

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