Nicht alles begann mit Obama. Bereits in den zwanziger Jahren gab es einen schwarzen amerikanischen Superstar, der bei uns bejubelt wurde, als sei er als erster Mensch vom Mars bei uns gelandet. Es war Josephine Baker: eine junge, gut gewachsene und äußerst knapp bekleidete Tänzerin mit umwerfendem Charme und einigen Bananen um die Hüften. Ihr lagen alle zu Füßen.

Wieweit der damals populäre Gassenhauer Ausgerechnet Bananen mit ihr in Verbindung gebracht werden kann, müssen andere herausfinden. Ich weiß nicht einmal, ob sie die Bananen gerne aß, mit denen sie sich notdürftig kostümierte, und ob sie ein Lieblingsrezept dafür hatte.

In Paris, wo sie ihre größten Triumphe feierte, gab es sicher schon damals grüne und rote Bananen, die keine süßen Früchte sind, sondern von Kennern zu Gemüse verarbeitet werden. Da ich auch als Vegetarier nicht kompetent bin, möchte ich mich auf ein anderes Gericht beschränken, das zu ihren Lieblingsspeisen gehört haben soll.

Es handelt sich um ein Spargelomelett, für das zehn Eier gebraucht werden. Das deutet auf einen anderen Charakterzug der temperamentvollen Tänzerin hin: Im Laufe ihres Lebens hat sie elf Kinder verschiedener Nationalitäten adoptiert. Mit weniger als zehn Eiern wären die kaum zu sättigen gewesen.

Diese Eier werden gründlich zu Schaum geschlagen, gesalzen, mit ein wenig Wasser vermengt und in eine große, längliche und nur mäßig heiße Pfanne geschüttet, nachdem darin Butter geschmolzen wurde. Die Eiermasse sollte leicht stocken. Dazu muss die Pfanne ständig geschüttelt werden. Die Eier dürfen nicht fest werden, sondern sollten innen noch feucht sein. Inzwischen wird ein Kilo geschälter und parierter Spargel gekocht und abgetrocknet. Die noch heißen Stangen werden nun nebeneinander auf die Eier gelegt, die Pfanne vom Feuer genommen und die noch leicht flüssige Eiermasse von den Seiten her über die Stangen geschlagen. Zum Servieren auf eine längliche Porzellanplatte gleiten lassen. Das hört sich einfach an und ist es auch.