Vor Kurzem spielte ich in Sottrum bei Bremen zum 50-jährigen Bestehen des Schachklubs an 30 Brettern simultan. Ich war dort schon bei der 30- und 40-Jahr-Feier gewesen – vielleicht geht das ja in Zehnjahresabständen in alle Ewigkeit so weiter. Allerdings fürchte ich, dass der Schachklub den längeren Atem hat. Diesem scheint es ohnehin ziemlich gut zu gehen, nicht zuletzt dank des Wirts Wilhelm Röhrs, der für die Anliegen der Schachspieler zwei offene Ohren hat.

Das war nicht immer so. Vor 25 Jahren, als der Schachklub noch in einem anderen Gasthof hauste und um zehn Uhr mit einem Mannschaftskampf begonnen hatte, kam mittags die Wirtin rein und befahl: "Schluss jetzt, es wird aufgehört!" Die Schachspieler hatten vor lauter stillem Brüten nicht an den Verzehr gedacht.

Das ist jetzt ganz anders. Beim gemütlichen Zusammensein vorm Simultan erfuhr ich auch, dass der Weg von den Schachbrettern zur Theke kurz sei und die Bedienung Claudia stets ein Lied auf den Lippen habe. Sie sehen: Im Schachklub Sottrum 1959 stimmt vieles. Nur ein kleiner Wermutstropfen: Der langjährige Vorsitzende Bodo Becker ist pensioniert, insofern nicht mehr Direktor der Volksbank und kann so keine Millionen mehr für den Schachklub lockermachen.

Das war zu Silvester 1990 noch anders, als die Sottrumer die Internationalen Deutschen Mädchenmeisterschaften durchführten, welches die Ungarin Adrienn Csöke vor drei sowjetischen Spielerinnen gewann. Wie konnte sie als Schwarze am Zug die Deutsche Annette Günther hübsch, schnell und schmerzhaft mattsetzen?

Helmut Pfleger

Lösung aus Nr. 17:
Mit welch mutiger Kombination gewann Schwarz? Mit 1…Txd2! opferte er seine Dame, um nach 2.Lxa3 (2.Kxd2 Db2+ 3.Kxd3 Sxf2 matt) Te2+ 3.Kd1 (3.Kf1 Txa2+ 4.Ke1 Txa1+ 5.Kd2 Ta2+! 6.Kxd3 Sxf2 matt) Sxf2+ 4.Kc1 Tc2+ 5.Kb1 Txc3+ 6.Kb2 Txc7 7.Lxf8 Sxh1 8.Txh1 Kxf8 sein investiertes Kapital prächtig verzinst zu haben und mit einem Läufer mehr klar auf Gewinn zu stehen