Fünfzig Jahre ist dieser "Tempel des Geistes" heute alt, ein Monument sollte das New Yorker Museum werden, aber zugleich ganz neu und aufregend, so hatte es sich der Sammler und Mäzen Solomon R. Guggenheim damals gewünscht. Er beauftragte den Architekten Frank Lloyd Wright, und der skizzierte ihm ein Museum als eine sich nach oben erweiternde Spirale – jene spektakuläre Form, die den Bau zur Ikone unter den modernen Museen machte. Seither müssen viele Neubauten für die Kunst wie Skulpturen aussehen. Jetzt feiert das Guggenheim sein Jubiläum mit einer großen Ausstellung zu Frank Lloyd Wrights Werk (vom 15. Mai an). In den vergangenen Jahren hat der Bau viel ertragen müssen; der vor einigen Monaten gefeuerte Direktor Thomas Krens zeigte auf der berühmten, sich nach oben windenden Ausstellungsrampe lieber Motorräder als Kunst. Dieses Jahr wurde das Guggenheim dann Opfer einer Orgie der Zerstörung: Der Regisseur Tom Tykwer inszenierte hier einen bombastischen Schusswechsel – allerdings nur in seinem Film The International. Im wirklichen Leben kämpft das Guggenheim derzeit mit der Krise. Den Mäzenen von heute ist das Geld ausgegangen.