ZEIT: Besteht nicht die Gefahr, dass Sie bei diesen Datenbergen auch Fehler ausspucken? Mit dem Unterschied, dass Sie, im Gegensatz zu Google, Anspruch auf die Wahrheit erheben?

Wolfram: Wir haben ein ausgeklügeltes System aus automatischer Software und menschlicher Qualitätskontrolle geschaffen. Momentan arbeiten rund 200 Leute an Wolfram Alpha. Das reicht von Experten für einzelne Fachgebiete über Gruppen für Linguistik oder die beste Visualisierung von Antworten bis zu Spezialisten für die Rückmeldungen der Nutzer, die eine Anmerkung haben oder auf einen Fehler aufmerksam machen wollen. Wir versuchen, die besten Datensätze zu verwenden, und scannen historische Zahlenreihen, die es nur auf Papier gibt. Andere Daten holen wir uns mehrfach am Tag oder in Echtzeit – etwa Angaben zu Wetter, Erdbeben oder den Finanzmärkten. Im Zweifelsfall sieht sich ein menschlicher Experte Fehler an.

ZEIT: Wie wollen Sie mit Alpha Geld verdienen?

Wolfram: Die Basisversion wird kostenlos sein, denn wir wollen, dass es so viele Menschen wie möglich ausprobieren. Wir haben uns mit 10.000 Servern hoffentlich gut darauf vorbereitet. Dann wird es Premium-Versionen geben, bei denen Unternehmen Ergebnisse direkt in ihre Tabellen und Dokumente herunterladen können. Außerdem können Firmen ihre eigenen Daten in Alpha hochladen und daraus Antworten berechnen lassen. Ob sie das aus der Ferne tun werden oder ob wir ihnen einen Rechner vor Ort installieren, wissen wir noch nicht. Im Moment testen wir das für mein eigenes Unternehmen. Und früher oder später werden auch andere Programme und Maschinen Anfragen direkt an Alpha stellen, ohne dass Menschen eingreifen.

Die Fragen stellte führte Steffan Heuer