Was junge Berufstätige in Deutschland über ihre Zukunft sagen, klingt fast wie eine Drohung. Jeder Vierte unter 29 Jahren will in ein Land mit niedrigeren Lebenshaltungskosten auswandern, wenn die finanzielle Absicherung fürs Alter nicht ausreicht. Das fand die Postbank in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie in Allensbach heraus.

Im regionalen Vergleich führt Bayern die Liste der ausreisewilligsten Deutschen an. Dort beschäftigen sich 26 Prozent aller Berufstätigen mit dem Gedanken, Deutschland zu verlassen, wenn später das Geld einmal knapp werden sollte. Studien zur Alterversorgung nähren diese Absicht. So hat selbst die OECD Deutschland inzwischen schon vor steigender Altersarmut gewarnt – eine Folge aus der gewachsenen Zahl von Geringverdienern hierzulande.

Bereits im vergangenen Jahr ist es zu einem neuen Rekord bei den Auswanderungszahlen gekommen. Erste Werte gibt es derzeit zwar nur für die ersten acht Monate von 2008. Die aber liegen "deutlich höher" als im Jahr zuvor, so die Postbank. Im Jahr 2006 wanderten rund 155.000 Menschen aus, 2007 waren es schon 161.000. Während vor allem bei Akademikern die Bereitschaft stieg, das Land zu verlassen, ist sie bei Deutschen mit einfachem Schulabschluss gesunken. (lüt)