Die Raumsonde Planck gehört zusammen mit dem Herschel-Teleskop zu den ehrgeizigsten Weltraummissionen, die Europa je auf den Weg gebracht hat. Sie sollen als Tandem auf einer Ariane-5-Rakete am Donnerstag dieser Woche vom Weltraumbahnhof Kourou (Französisch-Guyana) zusammen abheben – auch wenn dies das Risiko doppelten Scheiterns in sich birgt. Doch die europäische Raumfahrtbehörde Esa spart durch den Doppelstart rund 100 Millionen Euro; zudem fliegen beide Satelliten in dieselbe Richtung, zu einem sogenannten Lagrange-Punkt, 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, an dem sich die Gravitationskräfte von Erde und Sonne gerade die Waage halten.

Von dort aus soll die 600 Millionen Euro teure Planck-Sonde kleinste Temperaturschwankungen in der kosmischen Hintergrundstrahlung aufspüren, die kurz nach dem Urknall vor knapp 14 Milliarden Jahren freigesetzt wurde. Zwar ist dieser Nachhall des Big Bang heute nahezu gleichförmig im All verteilt, dennoch weist er lokal winzige Variationen auf, aus denen sich vergangene und künftige Masseverteilungen im Universum ableiten lassen.

Der rund vier Meter hohe, wie ein überdimensionaler Bleistiftspitzer geformte Planck-Satellit ist damit eher ein Instrument der physikalischen Grundlagenforschung als ein klassisches astronomisches Teleskop. Folgerichtig ist er auch nach dem Physiker Max Planck benannt, der 1900 als Erster die Strahlung eines sogenannten schwarzen Körpers vermaß und damit den Grundstein der Quantenphysik legte.

Die Temperaturschwankungen, die der Satellit messen soll, liegen im Bereich von einem millionstel Grad. Um solch präzise Messungen zu ermöglichen, müssen die Detektoren im Inneren der Sonde nahezu bis zum absoluten Nullpunkt (minus 273 Grad Celsius) abgekühlt werden. Wenn alles gut geht, soll Planck fast zwei Jahre lang Daten liefern. Deutsche Forscher haben die Software zur Analyse entwickelt.