Hinter der Wut auf das Netz scheint die Angst vor Konkurrenz auf

Über alles das ließe sich friedlich reden. Doch was sollen die Anspielungen auf Nazismus und Kommunismus, die der Autor sich nicht versagt? Es ist schon seit einiger Zeit auffällig, dass dieses Thema unter Journalisten starke Gefühle weckt. Man könnte meinen, dieser Netzwut läge Angst zugrunde. Vor der Umstellung auf einen Journalismus, der nicht nur für die Leser, sondern auch mit den Lesern arbeitet. Angst auch vor den jungen, unterbezahlten Internetkollegen, die so viele andere Sachen können als der eingesessene Printkollege und noch dazu glauben, die Arbeitsmittel der Zukunft auf ihrer Seite zu haben.

Fragt sich nur, ob die Erregung wirklich bloß arbeitspsychologisch zu erklären ist. Dagegen spricht, dass sie auch solche befeuert, die nichts zu befürchten haben. Nein, da ist mehr. Womöglich verhält es sich doch so, "dass nicht nur Interessen Interessen gegenüberstehen, sondern dass Welten gegen Welten kämpfen": ein Zitat aus dem berühmten, aktuellen Buch von Karl Mannheim über den Konservatismus, verfasst 1925.