Die deutsche Exportwirtschaft – ein Auslaufmodell? Siemens-Chef Peter Löscher sieht das anders, zumindest wenn es um die Vermeidung schädlicher Abgase geht. Beim Export umweltfreundlicher Produkte sei Deutschland mit einem Weltmarktanteil von 16 Prozent global "unangefochtene Nummer eins", sagte Löscher in einer Rede an seiner früheren Hochschule, der Wirtschaftsuniversität Wien.

Der Weltmarkt für Produkte, die Energie effizient einsetzen, werde in den nächsten Jahren überdurchschnittlich wachsen, und es gebe heute kein Land, das Energie gewinnbringender produziere und nutze als Deutschland. Die Energieproduktivität, bei der der Verbrauch ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung gesetzt werde, betrage in Deutschland 3,7, während sie in den USA 6,7 und in China 17,1 betrage. Wenn beide Länder Energie so produktiv wie Deutschland einsetzten, könne der weltweite Energieverbrauch um 21 Prozent gesenkt werden, rechnete Löscher vor.

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt, verursache Deutschland auch weniger Treibhausgasemissionen. "Gelänge es, die Emissionsproduktivität dieser beiden Staaten auf das Niveau Deutschlands zu senken, so verringerte sich der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen um 25 Prozent." Unerwähnt ließ Löscher, dass die Chinesen, pro Kopf gerechnet, nur ein Viertel so viel Energie verbrauchen wie die deutschen Musterbürger. (jun)