Von Hitchcocks Filmen auf seine Lieblingsspeisen zu schließen ist nicht einfach. Am Spieß gebratene Lerchen sind trotz des Thrillers Die Vögel auszuschließen – Hitchcock war ja kein Italiener. Auch führt von seiner notorischen Vorliebe für kühle Blondinen keine Spur in ein kannibalisches Spezialitätenrestaurant. Hitchcock hat ja auch nicht, wie zum Beispiel sein Regisseurkollege Jean-Pierre Jeunet in Delicatessen , Kannibalismus im Film gezeigt – zumindest nicht offenkundig. Dabei besaß der Meister des Gruselkrimis jenen lüsternen Blick, den wir von Personen kennen, die am liebsten mit der Gabel in einem gebratenen Affenhirn herumstochern.

Deshalb ist es ein wenig enttäuschend, zu erfahren, dass Hitchcock als Hauptgericht eine Quiche Lorraine bevorzugte. Enttäuschend nicht nur, weil es sich dabei um die französische Version einer Pizza handelt, sondern weil eine Quiche eine Vorspeise und kein Hauptgericht ist.

Der Tathergang folgt dem üblichen Muster: Mehl, Butter, Eigelb, Salz und Wasser werden zu einem Teig verarbeitet, welcher sich eine Stunde lang im Kühlschrank verbirgt. Danach wird er ausgerollt und mit hochgezogenen Rändern auf ein gefettetes Backblech gelegt, wo man mit der Gabel mehrfach auf ihn einsticht. Danach wird gewürfelter Speck über den Teig verteilt und die doppelte Menge in Scheiben geschnittene Zwiebeln in Butter glasig gedünstet. Damit bedeckt der Täter Teig und Speck. Sodann verquirlt er Eier in Milch, salzt und pfeffert routiniert, vergisst auch die Prise Muskat nicht und erhitzt die Milch vorsichtig, damit die Eier nicht stocken.

Diese Masse gießt er kaltblütig über den Teig und hält alles bei mittlerer Hitze eine halbe Stunde lang im Backofen gefangen. Danach kann kein Kommissar mehr erkennen, dass es einmal eine Quiche Lorraine war, denn das Opfer gleicht nun einem schwäbischen Zwiebelkuchen.

Lediglich einer Miss Marple könnte auffallen, dass der Quiche die Sahne fehlt, woraus sie den Schluss zöge, dass das Opfer von einem diätbesessenen Amerikaner so mager zugerichtet wurde.

Quiche Lorraine
2 Tassen Mehl
½ Tasse Butter
1 Eigelb, Salz
250 g Speck
500 g Zwiebeln
etwas Butter
5 Eier
Pfeffer, Salz, Muskat
2 Tassen Milch
Schnittlauch

Mehl, Butter, Eigelb, Salz und ein wenig Wasser zu einem Teig verkneten und 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Ausrollen und auf ein gefettetes Backblech geben, dabei die Ränder etwas hochziehen und den Teig mehrmals einstechen. Speck würfeln und über den Teig verteilen. Zwiebeln in Scheiben schneiden, in Butter glasig dünsten und über den Speck geben. Milch mit Eiern und Gewürzen gut verrühren und unter Rühren langsam erhitzen, bis sie sämig wird. Über den belegten Teig gießen und den Kuchen bei mittlerer Hitze zirka 30 Minuten backen. Mit Schnittlauch bestreuen