Ernst Strasser, Spitzenkandidat der ÖVP für die Europa-Wahlen, ist ein weiser Kopf. Dieser wird leider auf den Wahlplakaten wenig vorteilhaft angeschnitten. Das scheint Absicht zu ein. Zum einen, weil Strasser auch ohne Stirn noch immer eine stattliche Erscheinung ist, und zum anderen, weil diese bewusste Beschneidung Neugierde weckt. Was mag in dem Körperteil, der dem Betrachter vorenthalten bleibt, vor sich gehen? Welch geniale Strategien plant der ehemalige Umfärber der Nation für Brüssel? Wird er nun seine Spezln auch in die wichtigsten Ämter der Gemeinschaft hieven können? Daran zweifelt niemand. Er will seinen Lebensmittelpunkt zwar weiterhin in Österreich beibehalten, aber sein langer Arm wird zweifelsohne tief in das Herz der EU reichen. Brüssel oder Straßburg werden künftig unbedeutende Ortsnamen sein; die neuen europäischen Denkfabriken werden in Niederösterreich grübeln. Am St. Pöltner Wesen wird dann die Union genesen. Und weil in Strassers Amtszeit als Innenminister die Einbürgerung – natürlich reicher – Russen um das Fünfzehnfache explodiert war, steht nun ein kleines Dankeschön aus Moskau zu erwarten. So wird es ihm gelingen, unsere Heizprobleme endgültig zu lösen, und niemand in der EU wird jemals wieder frieren müssen. Hannes Swoboda und sein A-Team – das B-Team der SPÖ will man da gar nicht mehr sehen – haben trotz kühner Stirn und knallbunter Brille nichts Vergleichbares zu bieten. Und selbst der blaue Reimeschmied muss neidlos anerkennen: "Der Ernst, der ist für uns da, hilft allen gegen Russenmafia!"