Ha! Dieses süße Gefühl des Triumphs: ein Platz im Parkhaus des KaDeWe. An einem Samstagmittag, wenn die geballte noch vorhandene Kaufkraft Berlins und seiner Besucher auffährt. Manchmal muss an solchen Tagen die Polizei die Zufahrt regeln. Hat man es endlich hineingeschafft, cruist man durch die Etagen, um eine Lücke zu finden. Nur die Kleinwagenplätze, gleich unten links, sind immer frei. Schwupp, und rein! Zwischen mir und der lange ausgespähten Lederjacke liegen nur noch wenige Schritte.

Sicher, man könnte den Toyota iQ ein Frauenauto nennen, eine motorisierte Einkaufstasche. Es verdrehen aber mehr Leute ihre Köpfe nach ihm als nach irgendeinem fetten Schlitten. Selten bin ich mit einem Testwagen so häufig und so charmant angesprochen worden. Im iQ steckt jedoch eine ernste Idee, und sie soll nicht verniedlicht werden. Auch Männer, glaube ich, werden sie schätzen und gern so ein Auto fahren. Schon wegen des kleinen i.

Es steht für "intelligent" und geht auf die Firma Apple zurück, deren Produkte wie iMac, iPod und iPhone bei technikbegeisterten Männern Hormonschübe auslösen. Seitdem Hersteller glauben, mit dem kleinen i ein Ticket für die Zukunft zu haben, hat es sich zu einer allmählich lästig werdenden Sprachmode entwickelt. Intelligent ist der iQ trotzdem: Schon seine Länge von gerade mal 2,98 Metern steigert die Lebensqualität in Ballungsgebieten enorm. Während die großen Tiere sich noch durch den Straßendschungel kämpfen, sitzt die iQ-Fahrerin längst mit der neuen Lederjacke beim Cappuccino. Und dieses Auto ist in einigen Punkten smarter als ein Smart.

Zwar kann man bei einem Verbrauch von bis zu sieben Litern und dem Preis nicht unbedingt von einem Sparmobil sprechen, dafür liegt der iQ straffer und doch komfortabler auf der Straße, die Automatik ruckelt nicht beim Schalten. Sein Wendekreis von 7,80 Metern macht ihn überraschend beweglich. Und man hat nicht das Gefühl, in einer spartanischen Fahrzelle von A nach B zu knattern. Drinnen wirkt er wie ein normaler Kleinwagen. Erst wenn man sich umdreht, merkt man, dass der hintere Teil fehlt. Zwar gibt es Rücksitze, aber die sind was für Hobbits. Die meiste Zeit werden sie ohnehin umgeklappt sein, dann hat man ausreichend Ladeplatz. Wer will, kann außerdem alle Leder-Klima-Navi-Extras haben. Man muss auf nichts verzichten. Manchmal kommt es doch auf die Größe an. Die richtige eben.

Technische Daten
Motorbauart: 3-Zylinder-Reihenmotor
Leistung: 50 kW (68 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 15,2 s
Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h CO²-Emission: 110 g/km
Durchschnittsverbrauch: 4,7 Liter
Basispreis: 13.900 Euro

Margit Stoffels ist Autotest-Koordinatorin im ZEITmagazin