Lassen sich die Leistungen von Insolvenzverwaltern messen? Oder ist jede Pleite ein Fall für sich, sodass man die Arbeit der Abwickler grundsätzlich nicht vergleichen kann? Um diese Fragen kreist seit Längerem ein Streit unter Insolvenzverwaltern und Wissenschaftlern. Ausgelöst hat ihn Hans Haarmeyer, Professor am RheinAhrCampus der Fachhochschule Koblenz und Direktor des Deutschen Instituts für angewandtes Insolvenzrecht. Er hat ein aufwendiges Verfahren entwickelt, um die Qualität der Arbeit einzelner Verwalter zu messen – und damit die Szene gespalten. Nun hat ihm der renommierte Statistiker Claus Weihs von der Technischen Universität Dortmund bestätigt, dass das Verfahren wissenschaftlichen Ansprüchen genüge.

Die Ratingverweigerer hingegen kommen in Erklärungsnot. Profis wie der Insolvenzverwalter und Märklin-Sanierer Michael Pluta fordern ihre Kollegen auf: "Wir lassen uns messen, aber wir wollen auch, dass ihr euch messen lasst." Von der Intransparenz haben in den vergangenen Jahren vor allem weniger qualifizierte Verwalter gut gelebt. Haarmeyer schätzt den Schaden, den schlecht arbeitende Insolvenzverwalter jährlich anrichten, auf zehn Milliarden Euro. Etwa 100.000 Arbeitsplätze gingen unnötig verloren. (jun)