Ich träume vom Untergang der Welt. Regelmäßig befallen mich solche Träume: Ich renne die Straße entlang, sehe, wie die Welt um mich herum in Flammen aufgeht, und suche nach jemandem, den ich nicht finden kann. Diese Albträume begannen, als ich mit sieben Jahren in Arkansas die Sonntagsschule der Baptisten besuchte. Wir hatten eine hübsche Lehrerin, die über nichts anderes als das Ende der Welt redete. Ihre größte Vorliebe galt dem Jüngsten Gericht – und was uns an diesem Tag alles widerfahren könnte.

Sie schien nicht daran zu glauben, dass wir in den Himmel kommen könnten, denn sie malte uns brutale Bilder aus. Dass wir sieben Jahre in totalem Chaos verbringen müssten – Raub, Plünderung, Hungersnöte, Krankheiten. Oder dass wir der Enthauptung unserer Mütter beiwohnen müssten. Und schließlich gab es noch die Hölle. Einmal sagte die Lehrerin: Stellt euch vor, ihr verbrennt euch die Hand! Und jetzt stellt euch vor, ihr habt dieses Gefühl am ganzen Körper! Und nun versucht euch vorzustellen, ihr habt die Qualen euer ganzes Leben lang – und noch tausendmal länger! Das ist die Hölle.

Kurz darauf träumte ich zum ersten Mal, wie unser kleines Dorf lichterloh brannte und alle Kinder aus meiner Klasse schreiend herumrannten. Ich lief in unser Haus, den Flur entlang, und suchte meine Mutter, fand sie aber nicht. Hinter mir öffnete sich langsam der Boden, ich sah die Hörner des Teufels hervorragen, schrie vor Verzweiflung – und wachte auf. Ich hoffe, dass andere Kinder niemals solche Ängste ausstehen müssen wie ich als Kind in meinen Träumen.

Eine Kindheit in den amerikanischen Südstaaten, wie ich sie erlebte, fördert einen Hang zum Aberglauben. Wir wuchsen in der Gewissheit auf, dass uns ständig jemand beobachtet, den wir nicht sehen können. Wenn ich heute meine Eltern besuche, sehe ich riesige Werbetafeln an der Straße, auf denen nur vier Worte stehen: God Is Watching You!

Als Kind entwickelte ich in der Dunkelheit Ängste vor unbekannten Mächten und erfand mir Freunde, die mir halfen, sie zu überwinden. Wenn ich allein zu Hause war, schloss ich mein Zimmer ab und spielte mit diesen Fantasiefiguren – Drillinge namens Polly, Jolly und Johnny, die blaue Veloursanzüge trugen und rote Haare hatten.