Im Kino haben die Roboter längst die Überhand. Nur noch ein verzweifeltes Häuflein Menschheit kämpft im neuen Terminator - Film gegen eine Armee aus gefühllosem Stahl. Ist das, was ein Forscher mit dem passenden Namen Steels vergangene Woche in Berlin präsentierte, bereits die Vorstufe zur Machtübernahme der Maschinen?

Just am selben Tag, als der Terminator in Deutschland anlief, präsentierte Luc Steels im Berliner Wissenschaftskolleg ebenfalls ein kleines Filmchen. Zugegeben, die Effekte waren weniger spektakulär, und die Handlung war eher schlicht. Doch sie hatte es in sich: In Steels’ Streifen sah man, wie ein kleiner Blechmann vor einem Spiegel steht, mal den linken, mal den rechten Arm hebt und sich dabei scheinbar versonnen zuschaut. Die ersten Schritte eines Roboters auf dem Weg zum Selbstbewusstsein?

Noch nicht ganz. Steels, der in Laboren in Brüssel und Paris künstliche Intelligenz erforscht, möchte seinen Robotern zunächst nur ein Bild des eigenen Körpers vermitteln. Wie ein echter Test auf Selbstbewusstsein aussieht, lehrt die Affenforschung: Man tupft Primaten einen Farbklecks ins Gesicht und stellt sie vor den Spiegel. Wenn sie sich dann verwirrt selbst berühren (und nicht etwa ihr Bild im Spiegel), gelten sie als selbst-bewusst.

Erst wenn Steels’ Roboter also anfangen, sich an die eigene, farbige Nase zu fassen, müssen wir uns wegen der maschinellen Intelligenz ernsthaft Sorgen machen. Doch das wird noch dauern. Sich an die eigene Nase fassen – das fällt ja selbst den meisten Menschen schwer.