Frauen haben heute mehr Chancen im Beruf als je zuvor, zufriedener macht sie das jedoch nicht. Viel häufiger als früher geben sie in Umfragen an, unglücklich zu sein. Dieses zwiespältige Bild ergibt sich aus zwei neuen Studien.

Nach einer Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ist es Frauen in den vergangenen Jahren immer besser gelungen, in hoch qualifizierte Berufe einzusteigen. Ihre besseren Schulzeugnisse und Ausbildungsabschlüsse führten zunehmend auch zu einer steileren Karriere. Gerade in akademischen Berufen steige der Frauenanteil.

Eine ähnliche Entwicklung ist in den meisten Industrieländern zu beobachten, wie Forscher in einer vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) veröffentlichten Studie feststellen. Auch der Lohnunterschied zu den Männern habe sich verringert. Dennoch zeigten viele Befragungen, dass Frauen heute seltener als früher wirklich glücklich sind. In den 1970er Jahren waren die entsprechenden Werte der Frauen regelmäßig höher als die der Männer. Inzwischen kehre sich dieses Verhältnis in fast allen Industrieländern um.

Eine Erklärung der Forscher lautet: Die typische Hausfrau der Siebziger war zufrieden, wenn in der Familie alles in Ordnung war. Berufstätige Frauen stuften sich dagegen erst dann als "glücklich" ein, wenn privat und im Job alles gut liefe. (rud)