Wo stehen Sie eigentlich politisch?, wurde ich gefragt. Ganz einfach, antwortete ich. Mein Platz ist auf der richtigen Seite. Ich bin bei den Guten.

Wie jetzt, die Guten, wie meinen Sie das?

Wenn jemand eine Schweinerei begeht, Korruption, Mord, Schwindel, dann bin ich dagegen. Ich frage nicht, ob diese Person links ist oder rechts, Mann oder Frau, schwarz oder weiß, ich bin einfach dagegen. Der erste Satz meines politischen Programms lautet: Man muss es richtig machen. Wenn zum Beispiel der Staat bankrottgeht, bin ich gegen diejenigen, die den Staat in den Bankrott treiben. Verstehen Sie? Bankrott – das ist einfach nicht gut. Hunger. Armut. Gewalt. Unterdrückung. Ich bin dagegen.

Ehrlich gesagt, da machen Sie es sich ein bisschen einfach.

Wie man’s nimmt. Ich stoße oft auf Unverständnis, bei Ihnen zum Beispiel. Ich muss mich ständig rechtfertigen. Wenn ich sagen würde, ich bin liberal, oder Kommunist, oder konservativ, wäre es unkomplizierter. Wenn ich sagen würde, es geht mir bei allen politischen Fragen immer nur um meinen eigenen Vorteil, gewiss, das würde nicht sympathisch wirken, andererseits aber auch ehrlich, die Leute mögen das. Wenn ich allerdings sage, ich bin gut, reagieren fast alle ablehnend. Sie verstehen das miss. Ich halte ja nicht mich selber für einen besonders guten Menschen, beileibe nicht. Ich meine es politisch.

Sie übersehen, dass man gut und böse, oder richtig und falsch, nicht immer auf den ersten Blick unterscheiden kann.