In Israel verfolgt man die Ereignisse in Teheran mit äußerster Spannung, denn Iran wird hier als existenzielle Bedrohung wahrgenommen. Israel hat immer vor der extremistischen Natur des iranischen Regimes gewarnt und sieht in den jetzigen Ereignissen eine Bestätigung dieser Einschätzung. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hält sich bisher an Washingtons Linie und lehnt sich nicht weiter aus dem Fenster. Gleichzeitig ist zu spüren, dass viele Israelis hoffen, die Demonstranten könnten sich mit ihren Forderungen durchsetzen. Viele ältere Israelis erinnern sich schließlich daran, dass Iran und Israel vor der Revolution von 1979 sehr gute Beziehungen hatten.

Wird jetzt die iranische Atombombe wahrscheinlicher?

Der UN-Sicherheitsrat hat Iran in den vergangenen Jahren mit einer ganzen Reihe von Sanktionen belegt, weil er im Verdacht steht, eine Atombombe zu bauen. Ahmadineschad behauptete immer, dass Iran nur sein "natürliches Recht" in Anspruch nehme und Uran anreichere. Eine Bombe wolle man nicht bauen. Doch daran gibt es erhebliche Zweifel.

So umstritten das iranische Atomprogramm im Ausland ist, so einig sind sich alle politischen Kräfte in Iran. Niemand will sich das Recht nehmen lassen, Uran anzureichern. Auch ein Präsident Mir Hussein Mussawi würde die Atompolitik vermutlich nicht ändern. Denn längst ist diese Frage zu einer Frage der nationale Ehre und Souveränität geworden. Das Problem Atombombe wird also in jedem Fall bleiben. Und das war für die internationale Gemeinschaft in den letzten Jahren die Hauptsorge in Bezug auf Iran.