An die erste Pfadfinderregel – keinen Müll liegen lassen! – haben sich die Erdlinge bei der Erkundung ihres Trabanten nicht gehalten. 50 Jahre nach dem Beginn der Mondfahrt summieren sich ihre Hinterlassenschaften dort auf über 170 Tonnen. Ausgebrannte Raketenstufen, abgestürzte Orbiter, alte Landefähren, fünf Geländewagen, zwei Golfbälle, sechs US-Flaggen und viele weitere Kleinteile sind zwischen Mare Humorum und Mare Fecunditatis verstreut.

Auch die zweite Pfadfinderregel – schöne Eindrücke mitnehmen und sonst nichts! – wurde missachtet. 382 Kilo Mondgestein ließen die Apollo-Astronauten mitgehen, 300 Gramm brachten automatische Luna-Missionen in die Sowjetunion, zuletzt 1976. Dann hatte der Mond 17 Jahre Ruhe. Seine Oberfläche war besser kartiert als der Meeresgrund, sein Gestein dem irdischen recht ähnlich, eine Atmosphäre oder gar Leben gab es dort nie. Also wandte sich die Forschung exotischeren Zielen zu – den Saturnringen oder der eisigen Oberfläche von Asteroiden und Kometen.

Erst 1993 krachte wieder eine Sonde auf den Mond, diesmal eine japanische. Dies war der Startschuss für einen erneuten Wettlauf. Diesmal sind auch Europa, China und Indien dabei, zunächst mit Erkundungssatelliten in der Umlaufbahn, für später sind auch Roboterlandungen geplant. Die USA wollen bis 2020 sogar wieder Menschen schicken und einen dauerhaft bewohnten Außenposten errichten. Das jedenfalls hat Präsident Bush vor fünf Jahren angekündigt, Barack Obama hat es noch nicht dementiert.

Als Standort kommen nur wenige Erhebungen an den Polen des Mondes infrage. Sie werden fast ununterbrochen von der Sonne beschienen, überall sonst folgen auf zwei Wochen Tag stets zwei Wochen Nacht. Ohne permanent verfügbare Energie aus Solarzellen ist eine Mondstation jedoch kaum vorstellbar. Wie sie aufgebaut sein könnte, untersucht die Nasa am Shackleton-Krater am Südpol.

Dort könnte es sogar Wassereis geben, auch wenn sich diese Vermutung bisher mit Fernerkundungsinstrumenten nicht bestätigen ließ. Die Suche geht weiter: Am Dienstag dieser Woche ist der amerikanische Lunar Reconnaissance Orbiter in eine polare Umlaufbahn eingeschwenkt. Aus nur 50 Kilometern Höhe soll er ein Jahr lang gezielt nach geeigneten Landeplätzen Ausschau halten – und am 20. Juli, zum 40. Jahrestag, die Überreste der ersten Apollo-Landung im Mare Tranquillitatis fotografieren.

Die Infografik zum zu den Mondlandungen können Sie hier als PDF herunterladen: Zurück zum Mond

Das Thema der letzten Grafik: Virtuelles Wasser