Das Finanzamt Graz urteilt, die sozialistische Parteistiftung Zukunft Steiermark sei, anders als behauptet, nicht gemeinnützig. Nun ist diese Einschätzung, wie stets, eine Frage der Perspektive. Für die SPÖ ist das Gutachten natürlich gemein, aber nicht von Nutzen. "Viel Lärm um nichts", so wird der Stiftungsvorstand zitiert. Es wäre auch blauäugig, von der SPÖ Gemeinnützigkeit erwarten zu wollen; man denke nur an ihre Politik in den letzten Jahren. Der Landeshauptmann, dessen Angriffe auf den jeweiligen Bundeskanzler zwar gemein, doch nur selten nützlich waren, konterte daher die Vorwürfe: "Unser Prüfer bestätigte stets die Gemeinnützigkeit." Basta! Da könnte ja jedes dahergelaufene Finanzamt kommen oder gar ein windiger Gerichtshof. Diese Logik wirkt zwar etwas eigen, nützt aber insofern, als so der Verdacht einer politischen Intrige in den Raum gestellt wird. Dieser Eigennutz geht so lange gut, bis die Nichtsnutzigkeit der handelnden Personen bewiesen worden ist. Gibt es außerdem etwas, das gemeinnütziger sein könnte als die Zukunft? Gehört sie nicht jedem, ungeachtet der Herkunft oder Hautfarbe? Ist nicht die Zukunft der letzte kommunistische Wert inmitten einer turbokapitalistischen Welt? In die Zukunft zu investieren, ohne sicher zu sein, davon noch profitieren zu können, ist wahrhaft heroisch. Zwar wurden bereits zweimal von der Stiftung beträchtliche Summen ausgeschüttet, doch seit wann ist Geld aus der Zukunft steuerpflichtig? Im Gegenteil, es existiert noch gar nicht. Nicht existentes Geld zu verteilen – wenn das nicht gemeinnützig ist?