Früher einmal waren CSD-Paraden Minderheitenveranstaltungen, heute sind sie Massen-Events. Sie erinnern an polizeiliche Knüppeleinsätze gegen Homosexuelle in der New Yorker Christopher Street im Jahre 1969. Es scheint, als würde der Schwulenumzug CSD umso populärer, je mehr die Strahlkraft des Technoumzugs Love Parade nachlässt. Der Name Christopher Street Day lässt einen glauben, der Umzug finde an einem festen Datum statt, so wie der Karnevalsumzug am Rosenmontag. In Wirklichkeit kann, wer möchte, den ganzen Sommer über den Christopher Street Day begehen. München, Hamburg, Berlin und Stuttgart machten 1979 den Anfang. Danach war Ruhe, bis gleich nach der Wende Erfurt einen weiteren CSD erfand. Damit war der Bann gebrochen, die Idee CSD wurde im ganzen Land kopiert, auch von kleineren Städten. Die meisten sind erst in den letzten Jahren entstanden, was der These, dass der CSD der Nachfolger der Love Parade ist, weiteren Nährstoff gibt.

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Redaktion: Matthias Stolz; Recherche: Christian Heinrich