"Das Wort ›mental‹ gab es zu meiner Zeit als Fußballspieler noch gar nicht. Nur eine Zahnpasta, die so ähnlich hieß." Das glauben wir Rudi Assauer gerne. Andererseits pflegte Boris Becker in Turnierpausen immer wieder mal Schach zu spielen, um sich "mental fit" zu halten. Vermutlich bedeutet(e) "mental" hier, sich konzentrieren und fokussieren zu können.

Ein hervorragender Fußball- und Tennisspieler ist Peter Leko (29), allerdings sind seine Schachfähigkeiten noch ungleich höher: Seit vielen Jahren gehört der sympathische Ungar zu den Besten der Welt. Auch vielstündige Turnierpartien mit ihren enormen Belastungen hält er aufgrund seiner Physis hervorragend durch. Und doch leidet er an einer mentalen Schwäche etwas anderer Natur: In turnierentscheidenden Partien der letzten Runde versagt er immer wieder einmal. Dann verkrampft er, dann fehlt ihm die notwendige distanzierende Kühle. So verlor er unter anderem die letzte Partie des WM-Kampfs 2004 gegen den Russen Wladimir Kramnik, sodass dieser bei 7:7-Gleichstand seinen Titel behielt.

Ich weiß nicht, wie es beim noch bis zum 12. Juli dauernden Sparkassen Chess Meeting in Dortmund sein wird, aber kürzlich verlor er auch beim Grand Prix des Weltschachbunds im russischen Naltschik die letzte Partie gegen den Armenier Aronjan, sodass er hinter diesem "nur" Zweiter wurde. Vorher gewann er allerdings etliche Partien, darunter sehr schön gegen den Usbeken Kasimdschanow.

Mit welchem Schlag eroberte er als Weißer die gegnerische Dame?

Helmut Pfleger

Lösung aus Nr. 28:
Trotz des gleichzeitigen Angriffs auf Läufer und Springer gewann sogar Weiß mit einem herrlichen (Opfer-)Zug Material. Wie kams? Der bedrohte Springer griff in einer Art Vorwärtsverteidigung den Turm a8 an: 1.Sc7! Nun verlöre sowohl z. B. 1…Tac8 als auch 1…Txc7 wegen 2.e6+ den anderen Turm. Schwarz versuchte noch 1…Txd4 , stand aber nach 2.Txd4 Sxd4 3.Sxa8 gxf4 4.Txa7 Lxe5 mit der Qualität (Turm gegen Läufer) weniger klar auf Verlust