In den ostdeutschen Hochschulen wird Kritik an der Werbekampagne "Studieren in Fernost" laut, die Westabiturienten für ein Studium in den neuen Bundesländern begeistern soll. Klamauk und poppige Bilder allein genügten nicht, um das Informationsbedürfnis junger Menschen zu erfüllen, kritisieren Rektoren. Im Auftrag von Bund und Ländern wirbt die Agentur Scholz & Friends seit April über die Onlineplattform schülerVZ, in der Millionen Schüler registriert sind.

So schlägt eine Suchmaschine passende Studienorte vor, Studenten beantworten als "Campus-Spezialisten" Fragen der Schüler, zudem ist eine Reihe von Kurzfilmen abrufbar, in denen zwei Asiaten namens Gang und Dong die Osthochschulen erkunden. Die Fragen der Suchmaschine seien oberflächlich, die Filme teilweise sogar peinlich, sagt der Rektor der Hochschule Neubrandenburg, Micha Teuscher. "Ich werde mich dagegen wehren, dass so etwas bei uns gedreht wird." Die Präsidentin der Uni Potsdam, Sabine Kunst, drückt sich vorsichtiger aus: "Es gibt eine Diskrepanz zwischen der bunten Aufmachung und der noch unzureichenden Vermittlung an Inhalten." Erfreulich sei aber die hohe Zahl an Interessenten, die gewonnen werden konnten.