Warum bleiben bei so vielen Bewerbern überhaupt Studienplätze frei?
Studienbewerber müssen derzeit bei gut der Hälfte aller Studiengänge damit rechnen, wegen Zulassungsbeschränkungen keinen Studienplatz im Fach ihrer Wahl oder an ihrer Wunschhochschule zu bekommen. Um am Ende nicht leer auszugehen, bewerben sich deshalb viele gleich an mehreren Universitäten. Weil die Zu- oder Absagen aber zu ganz unterschiedlichen Zeiten verschickt werden, entscheiden sich die meisten Bewerber erst im letzten Moment, wo sie ihr Studium tatsächlich beginnen. Trotz Nachrückverfahren bleiben die abgesagten Plätze oft unbesetzt. Das sind nach aktuellen Schätzungen bis zu 20 Prozent der Studienplätze. Vom Wintersemester 2011/12 an soll ein von der ZVS verwaltetes Computersystem freie Plätze und Bewerber zusammenbringen. Bis dahin müssen sich die Interessenten noch selbst informieren.

Wie erfahre ich, wo es noch freie Studienplätze gibt?

www.freie-studienplaetze.de
Auf der Plattform der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) sollen vom 1. September 2009 an sämtliche freie Studienplätze in Deutschland einzusehen sein. Bisher haben sich alle deutschen Hochschulen dazu verpflichtet, Plätze, die durch Absagen wieder frei geworden sind oder im Losverfahren vergeben werden, hier zu melden. Interessierte bewerben sich für einen passenden Platz direkt bei der jeweiligen Hochschule.

www.studieren.de
Auf dem privaten Portal finden Studienbewerber bereits seit dem 15. Juli Angebote von Hochschulen, die nach Bewerbungsschluss noch über freie Plätze verfügen. Will sich ein Interessent bewerben, werden die Anfragen direkt an die Hochschule weitergeleitet. Aktuell (Stand 30.07.09) sind über 8000
Studienplätze frei, über 140 Hochschulen nehmen teil, über 2700 Bewerbungen hat studieren.de an die Studiengangsverantwortlichen in den Hochschulen vermittelt.

www.studieninfo-bw.de
Seit dem Wintersemester 2008/09 bietet das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg jedes Semester eine frei zugängliche Onlinedatenbank über freie Studienplätze im Ländle an. Möglicherweise wird das Angebot mit Beginn des Wintersemesters in das Portal der HRK www.freie-studienplaetze.de integriert.

Service-Verfahren der ZVS
Seit dem Wintersemester 2006/07 bietet die ZVS ein sogenanntes Service-Verfahren an, das garantieren soll, dass kein Studienplatz frei bleibt. Man bewirbt sich dabei über die ZVS für einen bestimmten Studiengang und gibt eine Prioritätenliste für die Hochschule an. So müssen sich Studienanwärter nicht mehr mehrfach bewerben, und abgelehnte Studienplätze bleiben nicht mehr frei. Die Auswahl der Kandidaten liegt zwar immer noch bei den Hochschulen, alle administrativen Aufgaben werden aber von der ZVS übernommen. Und dafür müssen die Hochschulen zahlen. Deshalb nehmen nur neun Universitäten und zehn Fachhochschulen diesen Service in Anspruch.