So viel ist klar: Josef Ackermann bleibt. Der Vertrag des Deutsche-Bank-Chefs wurde am Dienstag bis 2013 verlängert. Vieles andere im Kampf um die Macht in Deutschlands größter Bank ist aber weiter unklar.

Ackermanns Vertrag wäre 2010 ausgelaufen. Clemens Börsig, der Aufsichtsratschef, suchte einen Nachfolger, wurde aber nicht fündig. Also brachte er sich im Frühjahr selbst ins Spiel. Die Anteilseigner sperrten sich – und so fiel die Wahl erneut auf Ackermann. Ob es seine Idee war oder ob er dem Drängen anderer nachgab, ist bis heute ungeklärt – fest steht, dass das Verhältnis zwischen Börsig und Ackermann seither als angespannt gelten kann.

Konfliktfrei war es ohnehin nie, gilt doch Börsig als akribischer Kontrolleur, der sich auch mal ins Tagesgeschäft einmischt. Kurz vor der Hauptversammlung im Mai wurde bekannt, dass die Bank Kritiker ausspionieren ließ. Nach dem Bericht einer Anwaltskanzlei handelte es sich um Einzelfälle. Einer von ihnen sei ausgelöst worden durch Aussagen des Aufsichtsratsvorsitzenden – Börsig. Der Vorstand wurde entlastet.

Die Lage geriet außer Kontrolle. In Börsigs Umfeld hieß es, Ackermann nutze die Affäre, um sich seines Chefkontrolleurs zu entledigen. Im Umfeld Ackermanns hieß es, Börsig klebe an seinem Stuhl. Schon wurden die Namen möglicher Nachfolger gestreut. Am Dienstag zog die Bank nun die Notbremse. Die zweifelhaften Methoden seien nicht von Mitgliedern des Aufsichtsrats oder des Vorstands legitimiert worden. Anders gesagt: Die Spitze habe die Aktionen angestoßen, die Fehler seien auf unteren Ebenen bei der Umsetzung begangen worden. Es herrscht Waffenstillstand – ob er hält, wird man erst noch sehen müssen.